Inle Lake – Kalaw – Trekking oder auch einfach „wandern“
Viele machen die Trekking Tour von Kalaw zum Inle Lake, doch wir entschlossen uns die Wanderung anders herum zu machen. Um halb 9 holten unser Guide Mink am Hotel ab. Den großen Rucksack mussten wir Gott sei dank nicht mitschleppen, dieser wurde direkt nach Kalaw gebracht. Mit dem Tuk Tuk ging es erstmal zum Startpunkt Then Tang, wo wir auch auf eine weitere Reisegruppe trafen. Nach einer kurzen Einweisung ging es auch schon los. Zuerst durchquerten wir den Bambuswald bis es dann nur noch den Berg steil hinauf ging. Nach einer gefühlten Stunde steil bergauf dachten wir uns nur, worauf haben wir uns hier bloß eingelassen. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass man die Tour auch an drei Tagen machen kann. Sollte es so weitergehen wie jetzt, hätten wir uns besser für die dreitägige Tour entschieden.
Nach dem Bergaufstieg versorgte uns unser Guide mit frischem Obst und wir waren erleichtert als er sagte, dass wir das anstrengendste hinter uns hatten.
Oben angekommen wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Die weiteren Wege führten quer durch die Felder bis wir den ersten Ort erreichten. Bei einer Familie kehrten wir ein und unser Guide kochte für uns und die andere Gruppe, die kurzen Zeit später eintrudelten. Das Mittagessen wurde über offenem Feuer zubereitet. Es war umfangreich und sehr lecker.

Nach dem Essen pilgerten wir weiter. Hier wird so gut wie alles angebaut. Ingwer, Knoblauch, Chilli, Mais, Kohl, Getreide, Avocados, Tomaten… nur um ein paar Beispiele zu nennen. Mink zeigte uns alles und sämtliche Pflanzen. Einiges sollten wir auch probieren, das taten wir natürlich.

Gegen 17 Uhr kamen wir an unserer Unterkunft für die Nacht an. Wir wussten, dass uns kein Hotel erwartet, sondern die Übernachtung bei den Einheimischen. Im ersten Moment dachten wir uns schon krass, aber wollten auch keine Ansprüche stellen bzw. schämten uns schon fast für diesen Gedanken, denn so leben die Menschen hier. Ganz schnell haben wir uns der Situation angepasst. Der kleine Sohn der Familie holte uns Wasser aus dem Brunnen und wir konnten uns frisch machen. Danach zeigte uns Jo-Jo, der Guide der anderen Truppe, unseren Schlafplatz. Unten über der Feuerstelle bereitete Mink bereits das Abendessen für uns zu. Was für ein Festmahl, der ganze Tisch war voller Leckereien.

Über die Situation beim Essen mussten wir alle schmunzeln. Ein Amerikaner, der auch eine Tour machte, probierte im Wohnzimmer zu schlafen, wir saßen zu viert beim Essen und die Kinder schauten lautstark auf dem Boden Zeichentrick Sendungen. Man muss dazu sagen, dass das Wohnzimmer nicht gleich einem Wohnzimmer bei uns ist. Ein Sofa oder weitere Möbel gab es nicht.

Der Schlafplatz war auch ein großer Raum, der durch Tücher abgetrennt wurde indem die andere Gruppe, wir und die Guides letztendlich schliefen. Nach der kalten und harten Nacht weckte uns Mink mit der Nachricht, dass das Frühstück fertig sei. Auch dieses war wieder mehr als reichhaltig, aber für die weiteren 25 km mussten wir schließlich gestärkt sein.

Um kurz nach 8 marschierten wir wieder los. Weiter ging es wieder durch verschiedene Dörfer, wo wir immer lächelnd und winkend begrüßt worden sind. Ein Mädchen schenkte uns einmal sogar ein Blümchen und ein Kompliment auf burmesisch erhielten wir auch. Jedes Dorf was wir durchquerten, wurden neue Hütten aus Bambus gebaut.

In den kleinen Bambushütten lebt die ganze Familie. Die meisten haben mindestens drei Kinder. In den etwas größeren Dörfern gab es auch eine Schule und wir konnten den Kindergesang hören. Als Fort- und Transportmittel dienen Ochsen. Diesen mussten wir auch mehrmals den Weg frei machen.


Und ist schon aufgefallen, dass die Frauen hier viel körperlich schwere arbeiten tätigen. Das ist uns nicht nur auf den Felder aufgefallen, sondern auch als uns eine schwangere mit einem großen Wasser Kanister Wasser auf dem Rücken und einem Eimer in der Hand den Berg hinab entgegen kam. Wir sprachen Mink drauf an und er erklärte uns, dass das hier normal ist und die Frau oben am Berg das Wasser holen musste.

Nach knapp 4 Stunden machen wir eine Pause für das Mittagessen. Ein Teil der Zutaten hat Mink bereits auf den Feldern gesammelt. Wir hatten uns schon an unseren Privatkoch gewöhnt, doch das war leider die letzte Mahlzeit die er uns kochte.
Gestärkt ging es den Waldweg Richtung Ziel und zum ersten Mal sahen wir auch ein Schild mit Kalaw. Im Wald war leider nochmal etwas klettern angesagt, doch mit dem Ziel vor Augen haben wir auch diese Hürden bewältigt.

Geschafft, glücklich und zufrieden sind wir in Kalaw angekommen und kurze Zeit später auch unser Gepäck.

Wir bedankten und verabschiedeten uns von Mink für die tollen zwei Tage und werden unseren Guide, Koch, Fotograf und Lehrer vermissen.
























