Bagan – der frühe Vogel lohnt sich 

Um 10 Uhr fuhren wir mit dem Bus von Kalaw nach Bagan. Der Komfort der Busse lässt mittlerweile nach, so fuhren wir die ganze Strecke mit offenem Fenster, anstatt mit Klima. Zwischen Kalaw und Bagan liegen 272 km, für die wir sage und schreibe 7 Stunden gebraucht haben. Das liegt aber an den katastrophalen Straßenverhältnissen. So schafften wir es an diesem Tag leider nicht mehr zum Sonnenuntergang anzukommen.
Nach dem Abendessen besorgten wir uns noch die Fahrräder für den nächsten Tag.
Die Auswahl an Pagoden für den Sonnenauf- und Untergang ist groß. Für den Einstieg in Bagan entschlossen wir uns für die Shwegugyi Pagode, da diese nicht so überlaufen sein sollte.
Mit den Fahrrädern fuhren wir am nächsten morgen um 5:30 Uhr zur Pagode los. Es war noch stockfinster und die Beleuchtung am Fahrrad war auch eher mau, doch nach einer halben Stunde kamen wir an. Die ersten waren wir nicht, ein paar Chinesen standen schon mit Stativ und kompletter Fotoausrüstung in Position. 
Über der weitläufigen Pagodenlandschaft lag noch Nebel und selbst das war schon ein toller Anblick. 


Gegen kurz vor 7 ging die Sonne auf und kurz danach starteten auch die ersten Heißluftballons ihre Fahrt. Diese Aussicht und Ruhe am Morgen ist kaum in Worte zu fassen. Man muss es einfach erlebt haben, ein traumhafter Anblick. 


Nach dem wunderschönen Start in den Tag, gab es erstmal Frühstück im Hotel. Ja, in diesem Fall Hotel (Aung Su Pyae), da es in Bagan so gut wie keine Hostels gibt. Um uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang zu vertreiben machten wir uns gegen Mittag mit unseren Rädern auf und besichtigten weitere Pagoden.


Den Sonnenuntergang schauten wir uns von der Bulethi Pagode an. Hier war erst einmal klettern angesagt, aber das hat sich gelohnt.


Aufgrund der Entfernung zu manchen Pagoden und das Fahrrad fahren im Sand auch eher schwierig ist, haben wir am nächsten Morgen unsere Fahrräder gegen E-Bikes getauscht.
Der Haken war jedoch, wir sind noch nie E-Bike bzw. Roller gefahren. Doch nach einer Einweisung durch den Rollervermieter Pyi und den ersten Fahrversuchen wagten wir uns auf die Straße. Die ersten Kilometer schlichen wir eher noch über die Straße, doch nach ein wenig Übung klappte es ganz gut.


Egal wen man fragte oder was man gelesen hatte, die Shwe San Daw Pagode soll die schönste Pagode für den Sonnenaufgang sein. Aber hier werden die Touris in Bussen angekarrt, doch wir entschieden uns dennoch dorthin zu fahren. Dort angekommen war es auch so. Den Platz in erster Reihe hatten wir an diesem Morgen nicht, aber die Sicht war trotzdem gut. So konnten wir erneut den wunderschönen Sonnenaufgang betrachten. 


Heil mit dem E-Bike zurück, fielen wir erstmal wieder übers Frühstück her.
Die Lust auf Sightseeing ließ am Nachmittag nach. Irgendwann reichte uns der Anblick von Pagoden und wir gönnten uns eine Sightseeing-Pause.
Den Sonnenuntergang wollten wir uns am letzten Abend aber nicht entgehen lassen. Zeitig fuhren wir Richtung Pyahadapaya Pagode. Leider fanden wir nicht gleich den richtigen Weg und landeten auf einem Sandweg. E-Bike oder Fahrrad, beides keine gute Idee auf dem Sandweg. Ein Einheimischer fand uns verloren vor und bat uns seine Hilfe an. Er fuhr mit seinem Motorrad vor und wir konnten ihm folgen. Dieser Weg war nur noch sandiger als der vorherige und wir kamen des Öfteren zum schlittern. Highlight war jedoch die Kuhherde, durch die wir einfach durch fuhren. Nachdem wir dann heil und noch rechtzeitig an der Pagode ankamen erwartete uns bereits eine Pagode voller Menschen. Die Pyahadapaya Pagode bietet eine 360 Grad Aussicht über die Pagodenlandschaft, sodass wir den Sonnenuntergang in voller Pracht erleben konnten.


Es führt nur ein Weg von der Pagode hinunter, dass sich auf dem Rückweg eine lange Schlange bildete. 


Im Dunkeln über die Sandwege und mit viel Verkehr ging es dann wieder in Richtung Hotel. Nicht nur wir, sondern auch Pyi waren glücklich wieder heil anzukommen.
Für uns war Bagan ein faszinierendes Erlebnis und die Bilder des Sonnenaufgang und -untergangs werden uns ewig in Erinnerung bleiben.