Nyaung Shwe – leben auf dem Wasser
Nach unserer ersten Nachtfahrt trafen wir gegen 5 Uhr morgens in Nyaung Shwe ein. Fassungslos über die 10 Grad Kälte mussten wir noch im offenen Tuk Tuk zu unserer Unterkunft fahren. Auch unsere schnell aus dem Rucksack gekramten Jacken und Tücher konnten uns nicht mehr wärmen. Um uns eine Übernachtung zu sparen, hatten wir das Zimmer erst für den Anreisetag gebucht, normaler Check in war allerdings erst um 14 Uhr, aber wir hatten Glück, das Hotel stellte uns ein Notzimmer zur Verfügung, in dem wir uns noch ein paar Stunden hinlegen konnten.
Etwas ausgeruht von der Anreise, marschierten wir nach dem Frühstück, was wir auch noch gratis bekamen, in das kleine Örtchen, was schnell erkundet war. Um näher an den See zu kommen, haben wir uns Fahrräder ausgeliehen. Die gibt es hier schon für umgerechnet 1,50 € für den ganzen Tag. Die Map und einen Routenvorschlag gab es gratis dazu. So fuhren wir entlang der Felder und Berge bis wir den nächsten Ort Kaung Daing erreichten. Hier empfingen uns schon die ersten Bootsfahrern, um uns samt Fahrrad auf die andere Seite des Sees zu bringen. Da wir dies eh vorhatten, nahmen wir das Angebot an und schipperten über den See. Der erste Eindruck war schon atemberaubend. Der Himmel war blau, die Sonne schien und das Panorama war unbeschreiblich schön. Zusätzlich waren wir von der Art und Weise, wie die Menschen hier auf dem Wasser leben fasziniert. Aber seht selbst! 🙂

Auf der anderen Seite des Sees in Maing Thauka angekommen fuhren wir mit den Rädern wieder zurück Richtung Nyaung Shwe.
Am nächsten Morgen startete schon um 7.30 Uhr unser Tagestrip auf dem Inle Lake. Es war zwar noch recht frisch, aber auf dem Boot lagen ein paar Decken bereit. Außerdem sahen wir schon das rege Treiben der Händler, die die frische Ware an Land brachten. Nach knapp einer Stunde Bootsfahrt sahen wir schon eines der bekanntesten Bilder des Inle Sees, die einbeinig rudernden Fischern. Für ein kleines Trinkgeld posieren sie extra für dich.

Unser erster Stop war bei Smiths Silver, wo wir gezeigt bekamen, wie Silber gewonnen und hergestellt wird. Es war interessant zu sehen, aber natürlich landeten wir auch direkt im Silber Shop und kamen uns schon vor wie bei einer Kaffeefahrt.

Nun ging es weiter auf einen Markt, wo die Einheimischen Ihre Einkäufe machten und Touris ihre Souvenirs kaufen konnten. Von einem Marktverkäufer erfuhren wir, dass der Markt jeden Tag an einem anderen Ort stattfindet.
Auch hier gibt es natürlich eine Pagode.

Wirklich beeindruckt waren wir von unserem nächsten Stop – einer Lotusfabrik. Hier werden unter anderem die typischen Myanmar Röcke von Hand hergestellt. Dazu wird aus den Stielen einer Lotuspflanze der Faden gewonnen und später verarbeitet. Der gewonnene Faden wird auf die Webstühle gespannt. Wir haben zugeschaut wie die Stoffe entstanden sind. Für einen Rock werden 4 Tage gebraucht. Durch diese Eindrücke haben wir wieder einen ganz neuen Bezug zu den Kleidungsstücken bekommen und hohen Respekt vor der Arbeit der Menschen.

Anschließend besuchten wir einen Tabak Shop, in dem die Zigaretten und Zigarren selbst von drei Frauen hergestellt werden. Der Tabak in den Geschmacksrichtungen „Sweet“ and „No Sweet“ ohne Nikotin wird per Hand in Bananenblätter gerollt. Diese dürfte man auch probieren.

Lunch hatten wir in einem Restaurant natürlich auch auf dem Wasser und mit einer tollen Aussicht auf den See.
Gut gestärkt fuhren wir zu einer Pagode.
Unser nächster Stop war bei den Frauen mit den sogenannten Giraffenhälsen. Dieser Halsschmuck hat ein erstaunliches Gewicht und wird auch zum schlafen nicht abgenommen. Die Frauen tragen den Halsschmuck schon seit vielen Jahren und auch schon mit jungen Jahren und haben angeblich keine Schmerzen. Dieser wurde wohl früher getragen, um den Nacken vor Tigerbissen zu schützen.
Die Menschen haben ihr Leben hier komplett auf den See ausgerichtet, sodass sie auch das Gemüse auf dem See anbauen. So fuhren wir durch die Tomatenfelder und probierten auch diese. 
Zu guter letzt besuchten wir ein Kloster und fuhren im Anschluss zurück zu unserem Anlegepunkt. Wir haben an unserem Tag auf dem See viel neues erfahren, einen neuen Bezug zu dem Leben der Menschen bekommen und unheimlichen Respekt vor dem was sie hier alles leisten und wie sie leben.



























